Kuchen

Apfelkuchen mit Ingwer und Karotte

Hallo ihr Lieben,

letzte Woche war ich zur Geburtstagsfeier einer lieben Freundin eingeladen, welche sich einen Apfelkuchen von mir wünschte. Kein Problem, denkt ihr euch jetzt sicher. Allerdings isst diese Freundin nichts mit normalem Haushaltszucker sowie kein Weizenmehl… Und schon wird die Sache etwas komplizierter 🙂

Das mit dem Mehl ist leicht, indem man einfach auf Dinkelmehl umsteigt, welcher sich auch ausgezeichnet für Kuchen eignet. Auch für Zucker gibt es einige Alternativen wie Honig, Agavendicksaft, Ahornsirup usw. Da ich schon lange einmal das Backverhalten von Kokosblütenzucker ausprobieren wollte, war das die perfekte Gelegenheit. 

Da ich dann sowieso schon am Experimentieren war kam – neben den gewünschten Äpfeln – gleich noch etwas Ingwer und Karotte in den Kuchen. Herauskam dieser Apfelkuchen:

 

Optisch erinnert der Kuchen an einen Apfelkuchen in Landhausbackstil. Das gefällt mir sehr gut. Es muss schließlich nicht immer ein pompöser Kuchen oder eine eindrucksvolle Torte sein 🙂 Dieser klassische Stil spiegelt sich auch in seinem Inneren wider:

Die dunkle Färbung des Teigs kommt allein durch die Verwendung des Kokosblütenzuckers. Durch die Zugabe von geriebenen Karotten wird der Teig schön saftig, die Apfelwürfel sorgen für eine harmonische Säure. Der Ingwer ist geschmacklich kaum zu spüren. Vielmehr ähnelt der Geschmack des Kuchens eines Gewürz- oder Honigkuchens mit Apfelstücken. 

Ich finde diesen Kuchen auf jeden Fall super interessant! Geschmacklich sicher nicht jedermanns Sache – allein schon wegen dem Ingwer und wegen des intensiven Eigengeschmacks des Kokosblütenzuckers. Das Geburtstagskind war jedoch begeistert und auch ich mir schmeckte der Kuchen gut. Gerade, wenn man ohne Haushaltszucker backen möchte, ist das ein toller Kuchen. Zudem lässt er den Insulinspiegel nicht so rasant ansteigen, wie es bei vielen anderen Kuchen der Fall ist.

Das Experiment war für mich somit geschmacklich auf jeden Fall ein Erfolg. Allerdings bringt Backen mit Kokosblütenzucker auch einige „Schwierigkeiten“ mit sich. Zunächst einmal ist da die Farbe. Mit Kokosblütenzucker gebackene Kuchen werden immer diese karamellige Färbung aufweisen. Das ist optisch nicht immer gewünscht. Ferner ist der Backtrieb des Kuchens bei Kokosblütenzucker nicht so ausgeprägt wie bei Haushaltszucker. Der Kuchen wird also beim Backen nicht übermäßig an Volumen gewinnen und ist etwas kompakter bzw. fester in der Konsistenz. Und zuletzt ist die Haltbarkeit eines Kuchens mit Kokosblütenzucker deutlich kürzer als bei Kuchen mit beispielsweise gewöhnlichem Haushaltszucker. Dieser Apfelkuchen hielt sich 2 Tage bei Zimmertemperatur und zog am 3. Tag bereits Fäden. Durch die Aufbewahrung im Kühlschrank könnte man die Haltbarkeit schätzungsweise um 1-2 Tage verlängern. Daher müssen Kuchen mit Kokosblütenzucker am Besten noch am Backtag oder andernfalls am Tag danach verzehrt werden.

Da Kuchen bei mir aber grundsätzlich seltenst länger als einen Tag überdauert bevor er vollständig verdrückt ist, stellt dies für mich kein Problem dar und auch die anderen genannten Aspekte sind in einem klassischen Rührkuchen tragbar 🙂

Dieser Apfelkuchen ist auf jeden Fall einen Versuch wert, wenn man experimentierfreudig und offen für neue Geschmacksrichtungen ist. Wer Gewürz und Honigkuchen mag, dem wird auf jeden Fall auch dieser Kuchen gut schmecken 🙂

Solltet ihr diesen Kuchen nachbacken, so schreibt mir gerne eine Nachricht oder hinterlasst einen Kommentar. Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt! 

Viele Grüße

Eure Bianca <3

Zutaten für eine Springform ø 22cm:
125g Kokosblütenzucker
125g Butter
1 P. Vanillin-Zucker
3 Eier
1 große Karotte
10g Ingwer, geschält
2 säuerliche Äpfel (z.B. Boskop)
1 Zitrone, unbehandelt
200g Dinkelmehl Typ 630
5og Speisestärke
1/2 TL Vanille-Extrakt
1 TL Backpulver
100ml Milch
50g gehobelte Mandeln

Zubereitung:

Den Boden der Springform ø 22cm mit Backpapier auslegen. Den Rand der Springform nicht fetten. Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. 

Die Äpfel schälen, vom Kerngehäuse befreien und in kleine Würfel schneiden. Bis zur weiteren Verwendung beiseite stellen.

Die Karotte schälen und fein reiben. Den Ingwer ebenfalls fein reiben. Beides ebenfalls bis zur weiteren Verwendung beiseite stellen.

Kokosblütenzucker, Vanillin-Zucker, Vanille-Extrakt und Butter in ca. 5 Minuten schaumig aufschlagen. Anschließend die Eier einzeln nach und nach unterrühren, dabei jedes Ei etwa 30 Sekunden unterrühren bevor das nächste Ei hinzugefügt wird.

Dinkelmehl, Speisestärke und Backpulver in einer Schüssel verrühren. Anschließend über die Eier-Zucker-Masse sieben. Die geriebene Karotte, den geriebenen Ingwer, abgeriebene Schale einer Zitrone und Saft einer halben Zitrone sowie die Milch zugeben und alles kurz zu einem homogenen Teig rühren. Anschließend die Apfelwürfel unterheben.

Den Teig in die vorbereitete Springform füllen und glatt streichen. Mit den gehobelten Mandeln bestreuen und anschließend im vorgeheizten Backofen 45 bis 50 Minuten backen.

Den gebackenen Kuchen aus dem Ofen nehmen und vollständig in der Form erkalten lassen. Anschließend aus der Form lösen und – nach Belieben mit Puderzucker bestäubt – servieren.

 

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